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Tourismus ist wie Feuer Man kann sein Essen damit erwärmen Man kann aber auch sein Haus damit abbrennen
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Wie verhalte ich mich angemessen und richtig?
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UMGANGSFORMEN
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Eine Urlaubsreise nach Tunesien führt Sie in ein islamisches Land mit völlig anderen Sitten und Gebräuchen. Leider ist
heute immer mehr der Trend zur Ignoranz, Überheblichkeit und grenzenlosen Unwissenheit zu beobachten. Als zahlender
Gast glauben viele Urlauber alle Arten von Privilegien zu genießen und betrachten z.B. bereits die blose Anwesenheit von
Einheimischen am Strand als Belästigung. Gerade die Gegensätze in Tunesien bzw. Djerba führen sehr oft zu Mißverständnissen
und Ärger, sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Urlaubern. Leicht bekleidete Urlauberinnen, Männer in Shorts
und im Unterhemd außerhalb der Hotelanlagen, da braucht sich keiner über die Aufdringlichkeit gewisser Tunesier zu wundern,
auch ein strenges Besuchsverbot von Moscheen oder anderer religiöser Stätten ist eine Folge davon.
Natürlich gibt es auch eine große Zahl von Urlaubern, die sich durchaus der Probleme bewußt sind. Und frei von Fehlern
ist keiner, auch wenn man sich noch so sehr bemüht, aber aus seinen Irrtümern zu lernen ist der Anfang von Verständnis
für ein fremdes Land.
Hier einige nützliche Verhaltensregeln für einen Urlaub, nicht nur in Tunesien:
1.
Beachten Sie das Gebot der Gastfreundschaft, eine private Einladung abzulehnen gilt als Beleidigung. Ein Gegenbesuch
bei Ihnen ist heute durchaus denkbar, man erwartet dann allerdings die gleiche Herzlichkeit und Offenheit. (Ein Glück, daß dies
nur sehr selten der Fall ist, kein Tunesier würde je wieder einem Touristen seine Türe öffnen)
2.
Tragen Sie eine angemessene Kleidung. Tiefe Ausschnitte, Bikinis und kurze Hosen sind außerhalb der Hotels
nicht angebracht, werden aber toleriert. Sie machen sich damit aber zum Gespött der Leute, doch auch das scheint
einigen Urlaubern völlig egal zu sein.
3.
Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit gilt als Verstoß gegen Anstand und Moral. Dies betrifft auch
stark besuchte Strände in der Nähe von Orten wie z.B.Tunis, Sousse, Houmt Souk etc.
4.
Im Fastenmonat Ramadan sollten Sie mit verschiedenen Beeinträchtigungen rechnen, obwohl gerade in Tunesien
kaum etwas davon zu spüren ist. Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit sollten Sie auf alle Fälle in diesem Monat vermeiden.
5.
In der arabischen Welt hat man einen anderen Zeitbegriff. Der Spruch "bei uns ist Zeit Geld" gilt aber auch entsprechend
hier und der Druck auf Hotelangestellte mit Saisonverträgen und niedrigsten Löhnen macht die günstigen Reiseangebote überhaupt
erst möglich.
6.
Erwarten Sie von Ihrem Hotel, daß alles wie zu Hause ist, sollten Sie deutsche Lande aufsuchen. Spricht Ihr Tischkellner
nicht perfekt Deutsch sondern nur Französisch, Englisch, Italienisch und Dänisch, wäre es vielleicht an der Zeit, mal
selbst etwas für ihre Sprachkenntnisse zu tun.
7.
Weisen Sie "Anmache" ruhig lautstark zurück, hier ist Zurückhaltung nicht angebracht. Werden Sie der Situation
nicht mehr Herr, wenden Sie sich um Hilfe an Passanten, niemand wird ihre Bitte einfach ignorieren.
8.
Respektieren Sie die örtlichen Sitten und Gebräuche und lassen Sie gerade beim Fotographieren die nötige Vorsicht
und Rücksicht walten. Sind Sie sich unsicher, lieber einmal zu oft nachfragen, niemand wird darüber böse sein.
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EINLADUNGEN
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Für den "Anfänger" ist es manchmal schwierig zu entscheiden, ob eine Einladung echt gemeint ist oder nicht. Mit der
Zeit entwickelt der aufmerksam Reisende jedoch ein gewisses Gespür für rein kommerzielle Höflichkeiten. Eine Einladung
auf dem Lande ist praktisch immer sehr ernst gemeint und entspricht auch heute noch der sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit.
Ein kleines Gastgeschenk wird gerne angenommen, Geld ist meist völlig unangebracht. Und fällt Ihnen nichts ein, eine
Kleinigkeit für die Kinder läßt sich immer finden.
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FREMDENFÜHRER
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In größeren Orten, einer unübersichtlichen Medina ( Altstadt ) oder auch z.B. in Bergdörfern mit steilen, gefährlichen Wegen
kommt man um eine ortskundige Führung manchmal nicht herum. Als Pauschaltourist betrifft Sie das nur bei eigenen
Ausflügen, der Einzeltourist kämpft aber ständig mit dem Problem aufdringlicher Führer, die oft nur ein Interesse haben:
Möglichst viele Souvenierläden mit den Touristen zu besuchen da sie dort eine Provision erhalten.
Diese Schwierigkeiten haben Sie natürlich nicht, wenn Sie sich eines offiziellen Guides bedienen. Dieser besitzt eine
gut sichtbar getragene, runde Marke, einen Ausweis des Ministeriums für Tourismus, gute Sprachkenntnisse und entsprechende
Fachkenntnisse auf Grund der vorgeschriebenen, zweijährigen Ausbildung. Natürlich muß dieser Service auch bezahlt
werden, rechnen Sie mit mindestens. 10.- bis 15.- DM pro Stunde. Die Preise sind unterschiedlich, je nach Ort und Art der gewünschten
Führung und sollten vorher genau nachgefragt werden.
Im Gegensatz dazu stehen die inoffiziellen Guides, überall anzutreffen und schwer"abzuwehren", wobei das schnelle
Geld der Touristen alle Arten von Typen anlockt. Lehnt man die Begleitung ab, kann es leicht zu Beschimpfungen oder
versteckten Drohungen kommen. Hat man sich dann doch für einen Führer entschieden, hört das alles schlagartig auf,
wohl auch ein Grund für die Hartnäckigkeit der Bemühungen. Vereinbaren Sie vorher genau was besichtigt werden soll, wie lange
die Tour dauern kann und was Sie genau bereit sind zu bezahlen. Sagen Sie auch ganz klar, was Sie nicht sehen wollen, z.B. Teppichknüpferei etc.
Sind Sie mit dem eigenen Auto oder Mietwagen unterwegs, werden Sie bei fast allen Sehenswürdigkeiten von Kindern
oder Jugendlichen erwartet, denn sie wollen alle Ihr Auto bewachen. Auch das kann sehr lästig sein, an wenig besuchten
Orten wird es aber zum echten Problem.
Mein Rat: Vereinbaren Sie mit einem etwas kräftiger oder vertrauenserweckender aussehenden "Parkwächter" einen Preis. Einen kleinen Teil erhält
er sofort, den Rest bei Rückkehr und nach genauer Kontrolle des Autos. Dieses Vorgehen klingt zwar für den
Pauschaltourist mit Ankunft im Reisebus brutal, ein verkratzter Wagen oder ein Platten kann aber wesentlich teurer
werden als 1.- bis 2.- DM. Und verdient hat sich Ihr Wächter den Betrag auf alle Fälle, oder wollen Sie bei 50 Grad hier 4
Stunden stehend verbringen?
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TRINKGELDER
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Was bei uns selbstverständlich ist gilt auch hier: Im Restaurant 10 - 15 %, aufrunden in der Bar, im Café oder Disko.
Unternehmen Sie eine Rundreise oder einen Tagesausflug erwarten sowohl der Busfahrer als auch der Reiseleiter
einen angemessenen Betrag. Auf Grund der niedrigen Löhne beim Hotelpersonal nimmt auch Ihr Tischkellner und das
Zimmermädchen eine gewisse Schlüsselstellung ein. Soll alles schön sauber sein und das Essen möglichst schnell
kommen, hilft ein gewisser Betrag am Urlaubsende nichts mehr. Ein Trinkgeld am Anfang bewirkt oft Wunder und bewahrt
vor Stress und Ärger. Wissen Sie nicht, wieviel man geben sollte, Ihre Reiseleitung vor Ort kennt die üblichen Preise genau.
Auch Übertreiben ist nicht angesagt, schließlich möchten sich noch mehr Leute den Urlaub leisten können. Als Anhaltspunkt
gilt: Minimum 15.- bis 20.- pro Woche ( hängt natürlich auch wieder vom Hotel ab, bei 5-Sternen....)
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Nehmen Sie genügend Filmmaterial nach Tunesien mit, ein Nachkauf ist wesentlich teurer und eine Garantie für die einwandfreie
Lagerung vor dem Verkauf wird Ihnen niemand geben können. Haben Sie eine Videokamera, sollte diese bei Einreise deklariert
werden, sie muß aber bei der Ausreise dann noch vorhanden sein.( bei Diebstahl oder sonstigem Verlust bei der nächsten Polizeistation
unbedingt melden ) Besitzen Sie eine digitale Videokamera sei vor dem ständig in der Luft liegenden feinen Staub gewarnt, was
besonders in Südtunesien zu Problemen führen kann. Und natürlich Akku und Ladegerät nicht vergessen.
Aufnahmen von Landschaften oder Gebäuden sind ohne Probleme möglich, bei Personen sollte grundsätzlich vorher
gefragt werden. Da die islamische Religion Bildern von Personen sehr ablehnend gegenübersteht, muß teilweise auch
darauf verzichtet werden. In größeren Orten hat man sich in der Zwischenzeit allerdings daran gewöhnt, oft wird für
jede Aufnahme jedoch Geld verlangt ( spez. von Kindern). Fotografieren in Museen ist nur gegen Gebühr und ohne
Blitz gestattet. Bei Märkten sind die angrenzenden Cafés ideale Punkte um mit einem Tele oder dem Zoom gute
Aufnahmen zu schießen. Bei Brücken, militärischen Anlagen, Grenzen und einigen öffentlichen Gebäuden sollten Sie Ihren
Apparat tunlichst nicht benutzen, es besteht hier ein striktes Verbot von Aufnahmen jeder Art.( Oder: Schild mit durchgestrichenem
Fotoapparat beachten )
Halten Sie sich nicht daran, könnte es ernsthafte Probleme geben ( Beschlagnahmung ). Werden Sie nur aufgefordert,
den Film abzugeben, sollten Sie dies ruhig, freundlich und entspannt auch tun, es ist die harmlosere Variation.( Dies gilt
für praktisch alle arabischen und afrikanischen Staaten, in einigen Ländern werden Sie für verboten Aufnahmen verhaftet
und massiv bedroht )
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FKK
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Nacktbaden ist in Tunesien nicht erlaubt, auch Oben-Ohne-Baden sieht man nicht gerne. An den Hotelstränden
und Pools wird dagegen meist fast alles toleriert, aber eben auch nur fast ! Entsprechende Hinweise werden leider von
den Betreffenden ignoriert oder sogar als Belästigung empfunden. Für die einheimische Bevölkerung ( auch der Kellner
zählt dazu ) bedeutet dieses Verhalten jedoch eine Mißachtung der eigenen Sitten und Moralvorstellung."Bedanken"
werden sich bei Ihnen nur die arabischen Fundamentalisten, mehr freiwillige Hilfe und Unterstützung erhalten sie sonst kaum
von einer Seite.
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