Online Reiseführer
Djerba , Zarzis
Süd - Tunesien
Autor Heinz Hahn
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Marhaba
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Die Spuren der Römer

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El Kantara / Reste der römischen Siedlung Meninx

Nur Wenig blieb von der einst bedeutenden Handelsniederlassung MENINX im Süden bei El Kantara übrig. Reste eines Mosaiks, Teile von Marmorsäulen, verzierte Friesreste und eine karge Landschaft, das sind die einzigen Fundstücke hier vor Ort. Ein kreuzförmiges Taufbecken aus den Resten einer Basilika wurde in`s Bardo Museum nach Tunis gebracht und kann dort besichtigt werden. Die Geschichte dieser Stadt blieb bis heute allerdings völlig im Dunkeln, entsprechende Grabungen stehen noch aus und es ist durchaus möglich, daß die Gründung dieses Ortes noch weit vor der Zeit der Römer liegt.
Der Ort El Kantara selbst, die erste Ansiedlung auf Djerba nach dem Römerdamm, besteht nur aus wenigen Häusern und einer Kaserne zum Schutz gegen das benachbarte Libyen.

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Der Römerdamm - die Verbindung zum Festland und nach Zarzis

Der fast 7 Kilometer lange und an die 10 Meter breite Damm verbindet die Insel Djerba seit römischer Zeit mit dem Festland, evtl. bestand diese Verbindung schon seit punischer Zeit. Der Grund für seine Errichtung war sehr einfach:
Erreichte eine Karawane aus Afrika nach Monaten die Küste, war es äußerst umständlich, alle Waren auf Schiffe zu verladen. Durch Anstieg des Meeresspiegels wurde er jedoch später überflutet, durch die kriegerischen Auseinandersetzungen Dragut´s mit den Spaniern als letzte Fluchtmöglichkeit gewaltsam durchbrochen und erst nach dem 2. Weltkrieg wieder errichtet. Die parallel laufenden dicken Rohre dienen dem enormen Bedarf der Hotelanlagen mit Süßwasser, nur mit Zisternen und salzhaltigem Grundwasser wären die Pools der Hotels alle längst ausgetrocknet.

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Ajim /  Die Fähre zum tunesischen Festland

Als Alternative zum Römerdamm besteht nach wie vor die Schiffsverbindung nach Djorf auf dem Festland. In Adjim ist deshalb immer etwas los, denn die Fähre bringt nicht nur Touristen sondern auch Fracht für die Insel. Kaum vorstellbar, aber dieses hin und her findet schon seit knapp 3000 Jahren statt als sich an dieser Stelle das antike TIPASA befand ( Vermutung, es gibt keine Überreste ). Und auch heute bleibt die Wahl der Qual: Fähre oder Umweg von mehr als 100 Kilometern über den Damm.

Fährverbindung zu den Anfängen des Tourismus - 1972

Bei meinem ersten Besuch der Insel Djerba 1972 vom tunesischen Festland aus mußten Waren noch umständlich, wie zu den Zeiten der Römer, auf die kleinen Boote umgeladen werden und nur 2 PKW`s konnten pro Fahrt mitgenommen werden.

15 Jahre später, moderner Fährverkehr mit der Adjim,
einer ehemaligen Bodenseefähre

Schiff3

Erneut 15 Jahre später in 2002 laufen 2 Fähren im Wechsel, es besteht ein fester Fahrplan mit Abfahrten rund um die Uhr

Im Ort Ajim selbst gibt es Cafés, Souvenirläden und Naturschwämme. Seit alters her wird der Schwamm von Tauchern vom Meeresgrund heraufgeholt, von der Miniaturausgabe bis zur Fußballgröße. Natürlich hat so ein Produkt auch seinen Preis, als originelles und beliebtes Mitbringsel sind die Naturschwämme hervorragend geeignet.
In der Nähe von Adjim lag eine weiter Festung mit Namen Bordj El Marsa, allerdings gibt es davon nur noch wenige Überrest im kargen Sand.

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Gigtis - Die römische Ausgrabung vor den Toren Djerba´s

Das Ausgrabungsgelände der Römerstadt erreicht man nach ca. 20 Kilometern auf der Route MC 108 vom Fährhafen Djorf nach Medenin bei der Ortschaft Bou Grara.
Die Stadtgründung erfolgte bereits von den Phöniziern im 6 Jahrhundert v. Chr. Auf Grund der günstigen Lage entwickelte sie sich bald zu einem blühenden Umschlagsplatz für Waren, die mit Karawanen oder per Schiff antransportiert wurden. Um 46. n.Chr. übernahmen die Römer die Stadt und erweiterten sie. Nach deren Untergang konnte der Ort noch eine gewisse Zeit seine Bedeutung erhalten und wurde im 4 Jahrhundert sogar Zentrum der Christen in Südtunesien. Erst 430 brachte der Sturm der Vandalen das Ende der Stadt.

Wer eine gewaltige Ausgrabung wie z.B. in Dougga erwartet, wird etwas enttäuscht sein. Dennoch lohnt der Besuch, schon wegen der schönen Lage. Thermen, das zentrale Forum, reste verschiedener Tempel, Wohnhäuser und einer byzantinischen Festung können besichtigt werden. Die guten Fundstücke und ein Modell der Stadt sind im Bardo-Museum in Tunis ausgestellt.

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