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Guellala und Sedouikech, die beiden Töpferdörfer an der Südküste, sind ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, wobei
Sedouikech dank des Nachbarortes, von Besuchern noch völlig verschont bleibt, ein echter Tip, vor allem am Markttag ( Dienstag ).
Zwischen den beiden genannten Orten tritt ein feiner, roter Mergel in einer fast 4 Kilometer langen Bodensenke zutage.
Seit der Zeit der Phönizier wird dieser bereits hier gewonnen und zur berühmten GEBRAUCHSKERAMIK von Djerba
verarbeitet. Der Ton wird in bis zu 80 Meter tiefen, ungesicherten Stollen abgebaut, eine nicht ungefährliche Arbeit, denn
jedes Jahr sterben hier auch heute noch einige Menschen bei Stolleneinbrüchen, verursacht z.B. durch plötzliche Regenfälle.
An die 400 Betriebe gab es hier noch vor einigen Jahren, heute sind knapp 10% davon noch in Betrieb, denn die
Nachwuchsprobleme sind gewaltig. Zu groß ist der Reiz für die jungen Leute in den Hotels zu arbeiten und eine
westliche Lebensweise anzustreben.
Die noch intakten Betriebe arbeiten auch heute noch nach den traditionellen Methoden der Vorväter, Drehscheibe und
Töpferofen haben sich in ihrer Ursprünglichkeit erhalten und bieten dem Besucher einen malerischen Anblick.
Lassen Sie
sich nicht von der bunten Ware auf der Hauptstraße täuschen, diese Arbeiten stammen NICHT von hier, sie wurden
im Norden bei Nabeul gefertigt. Bei den Brennöfen hinter der Hauptstraße und auf den Ausfallswegen sehen Sie die
ursprüngliche Keramik von Djerba, unglasiert und per Hand auf den Töpferscheiben gefertigt. Bei den Brennöfen türmen
sich gigantische Krüge und andere Gebrauchskeramik. In jedem Gartencenter in Deutschland würden die Töpfe und
Krüge zum geforderten Preis reißenden Absatz finden, nur leider sind die Transportkosten einfach zu hoch. Und genau
dieses Absatzproblem wird die Zahl der Betriebe weiter verringern, trotz aller Bemühungen um deren Erhaltung. Aber vielleicht
kaufen Sie eine Schiffsladung Krüge??
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