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Die jüdischen Einwohner von Djerba
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Wann genau die ersten jüdischen Einwanderer nach Djerba kamen steht nicht eindeutig fest. Der Grund ihres Kommens lag aber wohl in der Zerstörung Jerusalems. 600 vor
Christus erfolgte die erste Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar, 70 nach Christus erfolgte die zweite Niederlage, römische Soldaten zerstörten diesmal die Stadt. Vielleicht gab es aber auch zwei
Einwanderungswellen, niemand weiß es genau. Im 16. bzw. 17. Jahrhundert kamen erneut flüchtende Juden, diesmal aus Andalusien. Auf ihrem Weg nach Djerba blieben natürlich viele von ihnen auch in anderen Orten auf
dem Festland, z.B. ist in Kairouan deren Geschichte wesentlich besser dokumentiert als auf Djerba, wo Vieles nur auf Vermutungen beruht. Friedlich lebten die Djerbi und die Einwanderer nebeneinander, denn
auf der einen Seite war man fremden Religionen über sehr tolerant, auf der anderen Seite waren die Juden wegen deren Geschicklichkeit im Handel und bei der Gold- bzw. Silberschmiedekunst sehr geachtet. Heute
leben hier noch knapp 1000 jüdische Bewohner, viele wanderten nach dem 2. Weltkrieg nach Israel aus, wieder andere gingen nach Tunis oder in andere größere Orte.
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Am südöstlichen Stadtrand von Houmt Souk liegt Hara Kebira (großes Ghetto), 8 Kilometer weiter findet man den Ort ERRIADH, das ehemalige HARA SEGHIRA (kleines Ghetto).
Und ca. 1 Kilometer östlich davon befindet sich die SYNAGOGE LA GHRIBA, was soviel heißt wie " Die Wundertätige ", die wohl wichtigste und interessanteste Sehenswürdigkeit von Djerba. Das
unscheinbare Gebäude selbst stammt von 1920, wurde aber auf uralten Fundamenten der ersten Einwanderer errichtet, die den Grundstein aus dem zerstörten Tempel von Jerusalem mitgebracht hatten. Um die
Entstehungsgeschichte ranken sich weitere Legenden, so soll es an dieser Stelle einen Meteoriteneinschlag gegeben haben. Eine weiter Sage berichtet, daß hier eine Heilige in ihrem Zelt vom Blitz getroffen wurde, ihr
Körper überstand den Brand jedoch unversehrt. Trotz der großen Abwanderung ist die Gemeinde noch sehr aktiv. Neben regelmäßigen Gottesdiensten findet um den 33. Tag nach Ostern die größte jüdische Wallfahrt
in Nordafrika hier statt. Dieses LAGHBA-OMER-FEST dauert zwei Tage und Besucher aus der ganzen Welt kommen nach Djerba. Es endet mit einer großen Prozession von der Synagoge nach Erriadh. Die Festlichkeiten werden
nach uralten Riten begangen und haben sich bis heute einen sehr familiären Charakter bewahrt. Durch Versteigerungen verschiedener Gegenstände dient das Fest aber auch der Erhaltung der Synagoge selbst.
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Außer am Samstag ist der Besuch der Synagoge ohne Probleme möglich und erwünscht. Am Eingang werden die Schuhe ausgezogen und eine der bereitstehenden Kopfbedeckungen
getragen. Das Innere ist prachtvoll gestaltet und dem Besucher werden u.a. sehr alte Thorarollen und kunstvoll verzierte sakrale Gegenstände gezeigt. Man verlangt keine Eintrittsgebühr, so daß zum weiteren Erhalt
der Synagoge eine Spende durchaus angebracht ist und auch erwartet wird, diverse Spendenbeutel und ander deutlich geäußerte Hinweise des Rabbiners unterstreichen dieses berechtigte Anliegen. Sie dürfen auch ruhig
etwas großzügiger sein, niemand wird Ihnen böse sein.
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Traurige Berühmtheit erlangte die Synagoge am 11. April 2002 als der 24 jährige Selbstmordattentäter Nizar Nawar einen mit Gasflaschen beladenen Kleinlaster vor der
Synagoge zur Explosion brachte. Dabei wurden 21 Menschen getöten, unter ihnen auch 14 Urlauber aus Deutschland. Am 19.05.2002 übernahm der Kuwaitische Sprecher der Al Qaide öffentlich die Verantwortung für diesen
Anschlag. Am 19.11.2002 werden drei verdächtige Tunesier in Paris festgenommen, aber die Spuren führten auch nach Deutschland selbst. Der Verdächtige, ein zum Islam übergetretener Deutscher, kann aber mit
seiner Familie ungehindert das Land verlassen da der Verdacht nicht ausreichend untermauert werden konnte.
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