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Moscheen und Marabouts
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MIDOUN mit ca. 7000 Einwohnern ist heute der zweitgrößte Marktort (Freitags) auf Djerba. Das Ortszentrum bildet der
schön restaurierte Marktplatz mit Café und Souvenirgeschäften, umgeben von der malerischen Medina. Man trifft hier
häufig auf dunkelhäutige Menschen, Nachkommen der schwarzen Sklaven, die erst 1846 durch Ahmed Bay freigesprochen wurden.
Während der Saison findet hier Dienstags ab ca. 15.00 Uhr eine folkloristische Veranstaltung statt, auf der mit Tanz, Kapelle,
Dromedar und Reiterspielen in traditionellen Gewändern eine HOCHZEITSFEIER nachgestellt wird, allerdings ohne Braut.
4 Kilometer westlich von Midoun liegt Mahboubine mit der EL KATEB MOSCHEE, ein verkleinerter und vereinfachter
Nachbau der Hagia Sophia in Istanbul. Da die Moschee weiterhin von Gläubigen besucht wird, ist nur eine Besichtigung
des Innenhofes möglich.
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EL MAY mit ca. 4000 Einwohnern ist ein ruhiger, beschaulicher Ort in dem es eigentlich nur am Samstag, wenn Markt ist,
etwas hektischer wird. Gemüse, Obst, Haushaltswaren und bunte Billigstoffe werden hauptsächlich angeboten, Touristen
findet man dagegen hier nur wenige.
Bekannt geworden ist El May aber eher durch die ibaditische MOSCHEE UMM EL TURKIA aus dem 16. Jahrhundert.
Sie bietet einen etwas ungewöhnlichen Anblick durch die besondere Architektur mit schrägen Stützpfeilern, kleinen
Türmen und einem Mini-Minarett. Eine Besichtigung für Nicht-Muslime ist allerdings untersagt, dennoch legen hier
fast alle Inseltouren einen kurzen Stop ein, auch ein Foto von Außen ist durchaus lohnend.
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An der Straße von Sedouikech nach El Kantara findet man eine weitere Besonderheit, die UNTERIRDISCHE MOSCHEE.
Da diese heute nicht mehr benutzt wird, kann sie besichtigt werden. Eine schmale Treppe führt in den 3 Meter unter
der Erde liegenden Gebetsraum. An dessen Wände stehen Sprüche aus dem Koran, ansonsten ist es still, einsam und
angenehm kühl hier Unten. Von Außen gesehen erhebt sich nur die weiße Kuppel aus der rötlichen Erde, umgeben von alten
Olivenbäumen. Vor der Moschee sieht man noch eine der typischen Zisternen mit dem darunterliegenden, unterirdischen
Wasserspeicher.
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Über 250 Moscheen der beiden Glaubensrichtungen findet man auf Djerba. Keine Prachtbauten, wie im übrigen Tunesien, eher schlicht und sehr einfach, manchmal
kaum als Gebetshaus zu erkennen. Die ibaditischen Gebäude haben meist ein viereckiges, niederes Minarett,
manchmal fehlt es aber auch vollständig. Die Gebäude sind sehr klein und der Ruf des Muezzins ertönt aus
dem Innenhof.
Die malekitischen Moscheen sind dagegen wesentlich größer, haben runde Kuppeln und ein höheres, rundes Minarett.
Die Mauern sind oft gegliedert , der Eingang zierlicher und die Türme haben meist Rundbalkone sowie einen spitzen Steinkegel
als Abschluß.
Neben diesen Moscheen, die oft mitten in der Landschaft zu finden sind, erheben sich sehr oft Kuppelbauten, die sog.
MARABOUTS. Dies sind Heiligengräber, verstreut über die ganze Insel Djerba, die dann selbst noch oft von weiteren
Gräbern umgeben sind. Werden die Moscheen nicht mehr benutzt, kann man sie ohne Probleme besichtigen.
Im Gegensatz zu den Dörfern und Siedlungen des restlichen Tunesiens bietet Djerba ein völlig anderes Bild. Fast die
ganze Insel ist mit einzelstehenden Gehöften übersät, den sog. HAOUCH. Mehrere einzelne Häuser gruppieren sich
hierbei um einen rechteckigen Platz. Dieser immer wiederkehrende Bauplan hat sich seit Jahrhunderten nicht
verändert und wird streng eingehalten, so daß ein Haouch dem anderen gleicht. Hier lebt wie zu den Zeiten der Vorväter
eine Großfamilie zusammen, in dem einen Haus die Eltern, in den anderen Gebäuden die verheirateten Söhne. Und der
dazugehörige Hausgarten wird MENZEL genannt, streng getrennt von Gehöft zu Gehöft. Hier erfolgt der Anbau von
Früchten und Gemüse für den Eigenbedarf oder zum Verkauf auf den Märkten. ( DJINÄN= Fruchtgarten,
SANIA=Gemüsegarten). Außerhalb dieser Gärten findet man noch die Olivenhaine, sie gehören zu mehreren Familien, da
für den Anbau sehr viel Platz benötigt wird. Dabei besitzen manche nur einige wenige Bäume, reichere Familien haben
dagegen bis zu 800 Bäume. Und auch die vereinzelt stehenden Palmen sind ihren Besitzern streng zugeteilt, nichts ist
hier dem Zufall überlassen, jeder Quadratmeter wird intensiv genutzt. Leider besteht aber durch die Einnahmequellen des Tourismus die
Gefahr, daß diese strenge Ordnung vernachlässigt oder sogar aufgegeben wird. Die Folge, eine Verödung der Landschaft,
würde das einzigartige Erscheinungsbild von Djerba sehr negativ beeinflussen und es bleibt zu hoffen, daß diese Entwicklung,
trotz steigender Bettenzahlen für Urlauber, bald gestoppt werden kann.
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